Alle Beiträge von Helga Lindner

Opern-Gala

Stadtsaal im Veranstaltungsforum Fürstenfeld
82256 Fürstenfeldbruck – an der Fürstenfelder Straße

Sonntag, 26. Juni 2016 um 19 Uhr
(Saal-Einlass 18:30 Uhr)

Chöre, Arien und Orchesterstücke aus

„Der Freischütz“ – Carl Maria von Weber
„Carmen“ – Georges Bizet
„Lakmé“ – Léo Delibes
„Die Perlenfischer“ – Georges Bizet
„Tannhäuser“ – Richard Wagner
„Die lustigen Weiber von Windsor“ – Otto Nicolai
„Die tote Stadt“ – Erich Wolfgang Korngold
„Der Bajazzo“ – Ruggero Leoncavallo
„La Gioconda“ – Amilcare Ponchielli
„Der Troubadour“ – Giuseppe Verdi
„Rigoletto“ – Giuseppe Verdi
„Nabucco“ Giuseppe Verdi

Änderungen vorbehalten

Ausführende:
Sofia Kallio – Sopran
Maria Rebekka Stöhr – Mezzosopran
Manolito Mario Franz – Tenor
Franz Xaver Schlecht – Bariton

Chorgemeinschaft Fürstenfeldbruck
Bürger-Sänger-Zunft München

Orchester der Bürger-Sänger-Zunft München

Dirigent: Julio Mirón

Fürstenfeldbrucker Tagblatt: Italienische Nacht

Trotz Schmuddelwetter italienisches Flair im Stadtsaal

Von Ulrike Osman

Fürstenfeldbruck – Das Wetter machte keine Anstalten, den Bruckern eine „Italienische Nacht“ zu bescheren. Dafür sorgte aber die Chorgemeinschaft im nahezu ausverkauften Stadtsaal. Mit vier Top-Solisten und dem Westböhmischen Sinfonieorchester Marienbad entführten die Sänger unter der Gesamtleitung von Klaus Linkel das Publikum in die Welt des Belcanto.

Auf dem Programm standen Werke der italienischen Meisterkomponisten Gaetano Donizetti und Gioachino Rossini. Der erste Teil des Abends gehörte Arien aus Rossinis Opern „Die Italienerin in Algier“ und „Der Barbier von Sevilla“ – ein Werk übrigens, das bei seiner Premiere „ein grandioser Misserfolg“ war, wie Moderatorin Lilli Linkel zu berichten wusste. Erst bei der zweiten Vorstellung am Folgetag sei der Zauber der funkensprühenden Musik auf das Publikum übergesprungen. Beide Opern boten jeweils Paraderollen für die Sopranistin Olga Jelinkova von der Prager Staatsoper und den aus Regensburg stammenden Tenor Gustavo Martin-Sánchez. Jelinkova bereiteten die virtuosen Koloratur-Feuerwerke der Rosina keine erkennbare Mühe – ihre glasklare Stimme schraubte sich federleicht in höchste Höhen. Martin-Sánchez legte in der Ouvertüre der „Italienerin in Algier“ alle Emotion des verzweifelt Verliebten in den Part des Sklaven, der die Angebetete an seinen mächtigen Herrn zu verlieren fürchtet.

Die Plätze des Chors blieben im ersten Teil des Abends leer. Die Stunde der Laiensänger schlug nach der Pause, als Donizettis „Liebestrank“ serviert wurde. Hier spielt ein ganzes Bauerndorf mit. Somit boten sich reichlich Betätigungsmöglichkeiten für den Chor, der als präziser und hellwacher Gegenpart zur Solo-Rolle der Gianetta (Manuela Dill) brillierte.

Ein alter Bekannter im Stadtsaal ist Bariton Torsten Frisch. An diesem Abend erlebten die Brucker ihn in einer Rolle, die sowohl sein stimmliches wie sein komisches Talent zum Ausdruck brachte. Als Quacksalber Dulcamara pries er mit jovialem Gehabe sein angebliches Wundermittel gegen Falten, Buckel und verschmähte Liebe – eben jenen titelgebenden Trank, der nichts weiter ist als umetikettierter Bordeaux. Doch da der Glaube bekanntlich Berge versetzt, beschert ein einziger Schluck dem schüchternen Bauern Nemorino (Martin-Sánchez) so viel Selbstvertrauen, dass er seine Traumfrau Adina (Jelinkova) von sich überzeugen kann.

Ausdauernder Beifall sorgte dafür, dass die Brucker die herrliche Placebo-Werbung des Dr. Dulcamara als Zugabe sogar ein zweites Mal hören durften.