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Fürstenfeldbrucker Tagblatt: Neujahrskonzert 2008

Mit triumphalem Orchesterklang

Im gut gefüllten Stadtsaal war das Neujahrskonzert der Brucker Chorgemeinschaft auch am zweiten Abend von Spannung erfüllt. Geboten wurden Ausschnitte aus einer Wiener Operette sowie aus Musicals.

VON ARNO PREISER

Fürstenfeldbruck – Als die Mährische Philharmonie Olmütz, erfahren auch als Veranstalter des internationalen Festivals „Olmützer Musikfrühling“, unter Klaus Linkel in strahlendem Klang „Stars and Stripes“ anstimmte, war ein Aufbruch spürbar. Begeistere sich doch John Philip Sousa selbst, der den Marsch 1896 auf einer Schiffsreise in die USA schrieb, so für die Melodie, dass er sie „mit einer Blaskapelle im Kopf“ Tag für Tag wiederholte, auf Deck herumgehend. Bald danach, 1910, erschien Leroux´ Roman „Le fantome de l´opéra“ und im Gefolge dann Andrew Lloyd Webbers 1986 in London uraufgeführtes Musical. Den Schrecken, den das Phantom der Pariser Oper verursacht, malte die Mährische Philharmonie bombastisch aus, bis die Harfenistin und die Holzbläser besänftigende Passagen einleiteten. Die Chorgemeinschaft entsprach dieser Wendung mit inbrünstig vorgetragener „Music of the Night“. Vor 50 Jahren wiederum erlebte New York die Uraufführung von Leonard Bernsteins Musical „West Side Story“.
Für das Veranstaltungsforum Fürstenfeld bereitete Linkel das Jubiläum mit eigenen Arrangements vor. War das Übergewicht weiblicher Stimmen bei „I feel pretty“ erwünscht, so wusste dann auch der Männerchor sein Gewicht in den gemischten Chor einzubringen.

Mit hellem Timbre färbte Tenor Christian Bauer das sehnsuchtsvolle „Maria“, beim „Tonight“ steigerte Elisabeth Hallberg ihren vollen Sopran zu leuchtender Höhe. Mit dem Song „One Hand, one Heart“ unterstrich der Chor das versöhnliche Moment. „Cool“ erwiderte Torsten Frisch mit weich timbriertem Bariton. Von triumphalem Orchesterklang vorbereitet machte das tragische Liebespaar in den Stimmlagen Sopran und Tenor aus dem Duett „Somewhere“ das schwärmerische Finale. Hier beeindruckte der Chor mit gleichmäßigem Crescendo und überzeugendem Fortissimo – wie ein Bekenntnis zu Berstein im Kampf für Völkerverständigung und Toleranz. Nach der Pause überraschte Lilli Linkel bei leichten spritzigen Dialogen mit dem Ehemann. Dieses Augenzwinkern entsprach auch dem volkstümlichen Charakter von Carl Zellers Operette „Der Vogelhändler“. Beim Lied des Onkels mit dem Neffen, „Als dir die Welt voll Rosen hing“, ergänzten sich Bariton und Tenor treffend, erzkomödiantisch beim „Prodekan“. Die Sopranistin Elisabeth Hallberg und Tenor Christian Bauer ließen die Walzer-Arie „Schenkt man sich Rosen in Tirol“ blühen, was Bariton Torsten Frisch und Sopranistin Heide Bartl homogen ergänzten.

Freisinger Tagblatt: Neujahrskonzert 2008

Das war ein Neujahrskonzert, das neue Akzente setzte: Dirigent Klaus Linkel, die Mährische Philharmonie Olmütz, die Chorgemeinschaft Fürstenfeldbruck und vier Gesangssolisten servierten dem begeisterten Publikum diesmal mehr als Strauß – viel mehr.
Neue Akzente gesetzt

Ein prickelnder Musik-Cocktail

Ein Neujahrskonzert ohne durchgehende Strauß-Melodien – geht das? Klaus Linkel, die Mährische philharmonie Olmütz, die Chorgemeinschaft Fürstenfeldbruck und vier Solisten haben am Donnerstagabend im Asamsaal beim Konzert für „Menschen in Not“ gezeigt, dass es geht – und wie! Johann Strauß kam aber bei den Zugaben auch noch zu seinem Recht.

Von Heinz Mettig

Freising – Das Publikum wurde ja bei den bisherigen Neujahrskonzerten des Freisinger Tagblatts für „Menschen in Not“ weitgehend mit Melodien der Strauß-Familie verwöhnt. Klaus Linkel, bereits vor zwei Jahren mit der Mährischen Philharmonie frenetisch gefeierter Dirigent des Tagblatt-Konzerts, hat am Donnerstagabend diese Linie vollkommen verlassen und vor allem Ausschnitte aus Musicals und Operette geboten. Linkels Ehefrau Lilli führte überaus charmant durchs Programm, erläuterte dem Publikum die Inhalte der Musicals und Operetten.

Zum Auftakt dirigierte Kapellmeister Linkel „Stars and Stripes Forever“ von John Philip Sousa (1854-1932), den wohl amerikanischsten aller Märsche. „Unter dem Sternenbanner“ wurde wohl auch deshalb 1987 von US-Präsident Ronald Reagan zum amerikanischen Nationalmarsch erklärt. Hier wurde bereits deutlich, dass Linkel das tschechische Orchester mit seinem überaus temperamentvollen Dirigat fest im Griff hatte.

Die bekanntesten Melodien aus dem Musical „Das Phantom der Oper“ boten den Zuhörern im ausverkauften Asamsaal schaurig-schöne Musik mit unglaublich voluminösen Passagen. Das Orchester unter Linkels Stabführung präsentierte vehemente, im wahrsten Sinn des Wortes, Paukenschläge, aber auch sehr einfühlsam gespielte Passagen. Hier hatte die von Frauenstimmen dominierte Chorgemeinschaft auch ihren ersten, von Klaus Linkel geschickt arrangierten Einsatz. Was der Maestro mit seinem Orchester, der Chorgemeinschaft und den Solisten in der anschließenden „West Side Story“ arrangierte, war vom Allerfeinsten. Die Klassiker „I feel pretty“, natürlich „Maria“, „Tonight“, „Cool“ und Somewhere“ aus Leonard Bernsteins bekanntestem Werk waren ein Ohrenschmaus. Vor allem Sopranistin Elisabeth Hallberg, Tenor Christian Bauer mit seinem weichen Timbre sowie Bariton Torsten Frisch wussten hier voll zu überzeugen.

Nach der Pause wurde mehr dem Dreivierteltakt gehuldigt. Aus Carl Zellers „Der Vogelhändler“ spielte die Mährische Philharmonie die landläufig bekannten Melodien, sangen die Solisten mal allein, mal im Duett und es kam auch die zweite Sopranistin des Abends, Heide Bartl zu ihren Einsätzen.

Lilli und Klaus Linkel moderierten zwischen den einzelnen Stücken Zellers Operette gemeinsam – überaus humorig, sehr zur Erbauung der Zuhörer. Die Chorgemeinschaft Fürstenfeldbruck war bei diesen Melodien hier nicht nur hervorragend eingebaute Staffage, sondern eine Formation mit genauen Einsätzen, deutlicher Artikulation und sehr verständlicher Aussprache. Keine Frage, dass nach dem Finale das Publikum eine Zugabe forderte und Klaus Linkel ließ sich nicht lange bitten. „Eljen a Magyar“, eine „Polka schnell“ von Johann Strauß, forderte den ganzen Einsatz des temperamentvollen Dirigenten, sein Orchester tat es ihm freilich gleich. Die zweite Zugabe war Kabarett auf der Operettenbühne. Die Solisten Elisabeth Hallberg, Heide Bartl, Christian Bauer und Torsten Frisch nahmen zur Melodie „Man munkelt“, ebenfalls aus dem „Vogelhändler“, das aktuelle Zeitgeschehen auf die Schippe, vom Klimawechsel über Knut den Eisbären und die Dopingskandale bei den Radlern bis hin zur „Schwimmbadrettung“ durch Stadtrat Helmut Kratzer – wann kam der schon je in einer Operettenmelodie vor. Eine überraschende, aber umso amüsantere Episode bei diesem Neujahrskonzert.

Am Schluss waren die Zuhörer selbst Akteure beim Radetzkymarsch, wo Klaus Linkel den vollen Klatsch-Einsatz forderte – und dafür am Schluss mit großem Applaus, wie auch die Solisten, der Chor und das Orchester, belohnt wurde.

Ein Dankeschön

Das Freisinger Tagblatt als Veranstalter bedankt sich bei den Sponsoren des Neujahrskonzertes: Sparkasse Freising, Flughafen München GmbH, Druckerei Lerchl und Stadt Freising. Die Chorgemeinschaft Fürstenfeldbruck, die vier Gesangssolisten sowie Dirigent Klaus Linkel und Moderatorin Lilli Linkel verzichteten zugunsten der Aktion „Menschen in Not“ auf eine Gage.