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Fürstenfeldbrucker Tagblatt: Neujahrskonzert 2009

Einen spannenden Operettenabend bot Dirigent Klaus Linkel mit der Chorgemeinschaft Bruck sowie Vokalsolisten und dem Orchester des Südböhmischen Theaters Budweis. Foto: Vox

Brillantes Operetten-Feuerwerk

VON ARNO PREISER

Fürstenfeldbruck – Gut gefüllt war der Stadtsaal beim Neujahrskonzert, wo Dirigent Klaus Linkel die Chorgemeinschaft Bruck sowie Vokalsolisten und das Orchester des Südböhmischen Theaters Budweis zu erlebnisreichem Operettenquerbeet anregte. Fulminant eröffnete die Ouvertüre zu Jacques Offenbachs „Orpheus in der Unterwelt“ den Abend. Das Feuerwerk setzte sich fort mit dem ersten Brucker Auftritt des Salzburger Soprans Elisabeth Schwarz. Bühnenerfahren beeindruckte sie mit brillanten Koloraturen und effektvoll zugespitzten Akzenten der Arie der Olympia aus Offenbachs Oper „Hoffmanns Erzählungen“. In ihr vergisst der benebelte Held, dass Olympia nur ein Automat ist. Geschickt ahmte Schwarz die gezirkelten Bewegungen der mechanischen Puppe nach.
Von der Initialzündung des Vaters der Operette wechselte Linkel zur raren Revueoperette „Die Blume von Hawaii“ von Paul Abraham. Der Damenchor hängte sich Kränze um, feiern doch Hula-Mädchen das Blumenfest. Die Musik mit Exotik und Amerikanismen gelang dem Orchester melodiös. Etwa auch beim Lied „Kann nicht küssen ohne Liebe“ waren Chor und Solisten im Einklang.
„Ich muss Mädeln sehn“ bekannte Torsten Frisch mit weich timbriertem Bariton, um bald der Blume von Hawaii seine Liebe zu gestehen. „Will dir die Welt zu Füßen legen“, schwärmte der lyrische Tenor Christian Bauer, trotz Erkältung dabei, im Duett mit dem Bariton: „Du traumschöne Perle der Südsee“. Gefiel der Damenchor beim Sehnsuchtslied „Lautlos glitt der Dampfer“, so gelang allen Ensembles der Schlussmarsch schwungvoll.
Auch erstmals in Bruck dabei war der finnische Sopran Marja-Leena Varpio. Ihre Erfahrungen an der Wiener Volksoper kamen ihr beim „Zigeunerbaron“- Querschnitt zugute, so beim schwer- dann übermütigen Zigeunerlied der Saffi. Das von Strauß in der Ouvertüre weggelassene Lied „Ja, das alles auf Ehr´“ machte später, von Chor und Solisten mitreißend gesungen, Effekt. Walzerseligkeit ergänzte rasante ungarische Rhythmik.
Als Moderatorin hielt Lilli Linkel die Spannung aufrecht, in Teil II tat auch der Gatte mit.
Als Hausmeister verkleidet gab der Tenor mit dem Lied „Mein Weib will mich verlassen“ eine Kostprobe von Georg Kreislers Wiener Schmäh.

Fürstenfeldbrucker Tagblatt: Slawische Nacht

Entfesselte Furien kontra milden Klang

Tschechische Kammerphilharmonie Prag spielt unter Leitung von Klaus Linkel Werke der Romantik

Von Arno Preiser

Fürstenfeldbruck – Zum zehnjährigen Bestehen der von der Brucker Chorgemeinschaft veranstalteten Serenadenkonzerte bot die Tschechische Kammerphilharmonie Prag unter Klaus Linkel den zahlreichen Besuchern des Stadtsaals ein sehr hörenswertes Konzert mit Musik der slawischen Romantik. Linkel dirigierte temperamentvoll und führte mit starker innerer Anteilnahme durchs Programm. Als bezeichnend für einen böhmischen Walzer sah Linkel die lyrischen, schwermütigen, sowie volkstümlichen Elemente.

Überzeugend gestaltete das Orchester die „Slawischen Tänze“ Antonin Dvoráks als gewichtig wie dann locker, einen anderen als elegisch, weitere in Eilbravour, so die rasante Zugabe. Bei einer „Humoreske“ zeigten sich die Musiker wendig für Leichtigkeit und Beschwingtheit wie dann für breites gefühlvolles Melos. Aus den für einen Ball im National-Casino komponierten „Prager Walzern“ wählten die Musiker einen aus, der charakteristischerweise wegen seinem wechselnden Rhythmus von den Wiener Walzern abweicht.

Begonnen hatte der Abend mit der Ouvertüre zu Michail Glinkas Oper „Ruslan und Ludmilla“ (1842). Der effektvolle Wechsel des energiegeladenen Ruslan-Themas mit Liebes-Melos sowie Pauken- und Trompeten-Getön des bösen Zwerges entsprach dem Werk als Initialzündung slawischer Oper der Romantik. Rasant setzten die Musiker den „Tanz der Komödianten“ aus Smetanas „Verkaufter Braut“ in Bewegung, bis auch hier blühender Klang erfreute. Furien schienen beim „Tanz der Teufel“ in der lustigen Hölle der Dvorák-Oper „Die Teufelskäthe“ entfesselt, bis milder Holzbläserklang folgte. Polternd kam der „Furiant“ der „Verkauften Braut“ daher.

Dass Solisten auf ihren Instrumenten sogar für Opernarien geeignete Töne finden, war mehrmals zu erleben. Beim fröhlichen Dialog „Komm, mein Söhnchen, auf ein Wort“ vertraten Oboist Zdenek Adam (Gründer und künstlerischer Leiter des Orchesters) und der Fagottist den Hans und den Kezal („Verkaufte Braut“) in deren Stimmlage Tenor und Bass. Berührend stimmten die Sologeiger nach sonorem Harfenklang das „Lied der Nixe an den Mond“ (Dvoráks „Rusalka“) an. Das Kammerensemble ersetzte den großen Orchesterapparat von Smetanas „Moldau“ geschickt. Der Solo-Oboist zog in Tschaikowskys „Schwanensee“ eine leuchtende Spur. Julius Fuciks „Marinarella“-Ouvertüre gefiel in ihren wuchtigen wie charmanten Momenten. Rimsky-Korsakows „Hummelflug“ wurde zum Kabinettstück könnerischer Streicherbravour. „Valse triste“ aus Oskar Nedbals Operette „Der faule Hans“ (Prag 1902) beeindruckte als Streicherelegie mit weichem Hornsolo. So wechselten Ohrwürmer mit Raritäten.

Fürstenfeldbrucker Tagblatt: Musikalische Sommerträume

Im Stadtsaal dirigierte Klaus Linkel beim Konzert „Sommerträume“ das Westsächsische Symphonieorchester und die Ensembles der Chorgemeinschaft.

Überraschende Sommerträume

Fürstenfeldbruck – Im vollbesetzten Stadtsaal überzeugten das Westsächsische Symphonieorchester und die Brucker Chorgemeinschaft bei Antonio Vivaldis ,,L’Estate“, Felix Mendelssohn Bartholdys ,,Sommernachtstraum“ und dem ,,Sommer“ aus dem Oratorium ,,Das Jahr im Lied“ von Joseph Haas. Dass Dirigent Klaus Linkel mit dem Konzert eine eigenwillige Variante zum gewohnten Sommerprogrammen bot, zeigte sich bald.
So eröffnete das Orchester den Abend mit der Kostprobe aus dem Zyklus ,,Die vier Jahreszeiten“ von Vivaldi ohne den Dirigenten., Streichercorps und Basso continuo brachten lautmalerische Momente, etwa Gesang von Vögeln oder Wehen von Winden, effektvoll zur Geltung.
Beginnen die barocken ,,Quattro Stagioni“ mit dem ,,Frühling“, so eröffnete 1952 Joseph Haas ,,Das Jahr im Lied“, ein ,,Volkslieder-Oratorium nach alten deutschen Weisen“, seiner Zeit gemäß mit dem ,,Winter“. Das ,,Ansingelied“ ist beim ,,Sommer“ ausnahmsweise dem zweistimmigen Männerchor anvertraut.
Zu Videos mit Wiesen und Feldern las Schauspieler Uli Engelmann den Vorspruch von blühendem Korn und Almauftrieb des Viehs. Nach beschwingtem Pizzicato der Streicher und fröhlichem Holzbläsertönen besang der große Frauenchor vierstimmig die Sonnwendfeier, ,,Salve! Gloria! Glück ins Haus! Unglück drauß! Sankt Johannisfeuer!“ Zur Spielmannslust der Musiker passte Sangesfreude.

Mit markigem Bass intonierte Matthias Hüttenhofer den Marsch ,,Nun kommen wir gegangen mit Spießen und mit Stangen“. Dem Spruch vom ,,gelben Ginster“ und ,,bunt schillernden Käfern“ folgte Elisabeth Hallberg mit leuchtendem Sopran: ,,Geh aus mein Herz und suche Freud‘ in dieser schönen Sommerszeit“.
Fuhren bei Vivaldi Donner und Blitz drein, so ereiferten sich nun der Bassist, ,,Ich bin das Gewitter… o dummer Sommer, du bist mein Knecht“, und, ebenso durchdringend, Tenor Adrian Sandu in der Rolle des Sommers, der am Johannistag das Gras mäht. Beide wurden vom Chor freudig begrüßt.
Dem Konzertmotto ,,Musikalische Sommerträume“ entsprach die Aufführung der Bühnenmusik zu Shakespeares Komödie ,,Ein Sommernachtstraum“ von Felix Mendelssohn Bartholdy als Überraschung. Von der Ouvertüre bis zum erneut flimmernden Finale entfaltete der Schauspieler mit Katja Lechthaler in Carlo Magalettis spritziger Inszenierung vor und hinter dem Orchester eine Art Gesamtkunstwerk, zu dem der Frauenchor etwa auch mit launigem ,,Eia popeia“ beitrug. Es schien, als trieben Kobolde und Elfen ihr heiteres Spiel.