Alle Beiträge von Helga Lindner

Herbst-Klassik 2018

Stadtsaal im Veranstaltungsforum Fürstenfeld
82256 Fürstenfeldbruck – an der Fürstenfelder Straße

Sonntag, 4. November 2018 um 19 Uhr | (Saal-Einlass 18:30 Uhr)

Tschechische Kammerphilharmonie Prag

Màrta Kosztolànyi, Sopran

Martin Kos, Solo-Violine

Zdenĕk Adam, Solo-Oboe

Dirigent und Moderation: Klaus Linkel


Programmfolge

Wolfgang Amadeus Mozart
Eine kleine Nachtmusik KV 525

  • Allegro
  • Romanze
  • Menuetto
  • Rondo

Rondo für Violine und Orchester KV 373

Konzert-Arie für Sopran und Orchester KV 217
„Voi avete un cor fedele“

Albert Lortzing
Auftrittsarie der Baronin aus der Oper „Der Wildschütz“
„Auf des Lebens raschen Wogen“

Peter I. Tschaikowsky
Thema aus dem Ballett „Der Schwanensee“

Antonin Dvořák
Humoreske in G-Dur Op. 101, Nr. 7
„Lied an den Mond“ aus der Oper „Rusalka“
Slawischer Tanz Nr. 15 in C-Dur Op. 72

Giacomo Puccini
Arie der Lauretta aus der Oper „Gianni Schicchi“
„O mio babbino caro“

Jules Massenet
Meditation aus der Oper „Thaïs“

Giuseppe Verdi
Arie der Violetta aus der Oper „La Traviata“
„Sempre libera“

Änderungen vorbehalten.


Fürstenfeldbrucker Tagblatt: Neujahrskonzert 2018

Jahresauftakt im Traumland der Operette

Neujahr 2018

Von Ulrike Osman

Was wäre ein Jahresanfang ohne ein Feuerwerk der Operette im Stadtsaal? Für die zahlreichen Freunde der Chorgemeinschaft Fürstenfeldbruck sicherlich undenkbar.

Fürstenfeldbruck – Dieses Mal standen laut Titel „Frauenträume“ und „Männerwünsche“ im Mittelpunkt des zweistündigen Programms. Und nach dem Applaus zu urteilen, wurden die Wünsche der Zuschauer beiderlei Geschlechts damit mehr als erfüllt. Dirigent, Arrangeur und Gesamtleiter Klaus Linkel hatte bei der Auswahl der Stücke auf eine Mischung aus Klassikern und weniger bekannten Stücken geachtet.

Den Anfang machte das perfekt aufspielende Westböhmische Symphonieorchester mit Jacques Offenbachs Ouvertüre zu „Orpheus in der Unterwelt“. Es katapultierte das Publikum damit ohne Umschweife in das Traumland der Operette, wo sich alles um Liebe und Intrige, Irrungen und Wirrungen dreht – und wo Dinge wie „Nur ein Stückchen Batist“ zum Zankapfel zwischen zwei musikalischen Helden werden.

Das Duett von Christian Bauer (Tenor) und Torsten Frisch (Bariton) stammt aus Franz Léhars Singspiel „Frühling“ – einem Werk, das in den Augen Linkels zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist. Bauer, Frisch und Sopranistin Christina Gerstberger gehören zu den Brucker Neujahrskonzerten wie Sekt und Feuerwerk zur Silvesternacht. Alle drei überzeugten nicht nur durch Stimmgewalt, sondern ließen auch ihrem komödiantischen Talent freien Lauf.

Gerstberger gab Offenbachs wimpernklimpernde „Schöne Helena“ ebenso überzeugend wie die temperamentvolle Mascha aus Léhars „Zarewitsch“ und die pfiffige Annina aus Johann Strauß’ „Nacht in Venedig“. Frisch brillierte unter anderem als gekränkter Schwerenöter und verführerischer Herzog, während Christian Bauer in Ringel-Shirt und Schärpe einen veritablen venezianischen Gondoliere abgab.

Und wie sich die beiden Herren schließlich noch in „Dein ist mein ganzes Herz“ um die Dame kabbelten, die ihrerseits Klaus Linkel auf dem Dirigentenpult anschmachtete – es sind Kniffs wie dieser, die den Neujahrskonzerten der Chorgemeinschaft ihren besonderen Charme verleihen.

Der Chor selbst durfte bei insgesamt sechs Einsätzen zeigen, dass er unter seinem neuen Leiter Bernhard Westermaier nichts an Qualität eingebüßt hat. Ein starker Frauenchor unterstützte Gerstberger als „Holde Königin“ und gab eine Einlage aus „Hoffmanns Erzählungen“, alle Stimmen gemeinsam ließen das fulminante Finale der „Nacht in Venedig“ erklingen – ein Werk übrigens, das aufgrund seines allzu banalen Textes bei der Uraufführung glatt durchfiel, wie Moderatorin Lilli Linkel zu berichten wusste. Erst im zweiten Anlauf mit komplett umgeschriebenen Text konnte sich Komponist Johann Strauß über einen triumphalen Erfolg freuen. Für die Zuschauer im Stadtsaal endete der Abend mit drei Zugaben und einem Regen aus goldenem Glitzer – so federleicht wie die Träume aus dem Operetten-Land. (os)

Fürstenfeldbrucker SZ: Neujahrskonzert 2018

Heiter-entspannte Operettenwelt

Mit ihrem unterhaltsamen Neujahrskonzert setzt die Chorgemeinschaft Fürstenfeldbruck im Stadtsaal eine über zwanzig Jahre alte Tradition fort. Mit dabei sind altbekannte Gastmusiker.
Neujahr 2018
Sowohl das westböhmische Symphonieorchester aus Marienbad als auch Bariton Thorsten Frisch (Mitte) sind für Klaus Linkel (rechts) langjährige Weggefährten bei den Neujahrskonzerten der Chorgemeinschaft. (Foto: Carmen Voxbrunner)

Von Klaus Mohr

In einer sich ständig verändernden Welt ist es wohltuend, auf feste Gewohnheiten und Rituale zurückgreifen zu können. Das Neujahrs-Konzert der Chorgemeinschaft Fürstenfeldbruck bildet seit über zwanzig Jahren für viele Musikfreunde im Landkreis einen solchen Fixpunkt am Beginn eines neuen Jahres. Verlässlichkeit ist hier in verschiedener Hinsicht gewährleistet: Mit der diesmal aus etwa 45Sängern bestehenden Chorgemeinschaft tritt immer ein großes Symphonieorchester aus Profi-Musikern auf, das für beständige Qualität steht. Die Solisten sind seit Jahren die gleichen, damit aufeinander eingespielt und beim Publikum beliebt. Die Operette als beherrschendes Genre ist unter den Chören im Landkreis ein Alleinstellungsmerkmal der Chorgemeinschaft. Nach vielen Jahren, in denen die Operette generell als verstaubt und überholt galt, feiert sie seit einiger Zeit eine Renaissance auch bei großen Theatern und bedeutenden Dirigenten. Insofern sind die Programme der Neujahrs-Konzerte auch auf der Höhe der Zeit. Eine Veränderung hat sich bei der Chorgemeinschaft vor einem Jahr ergeben: Der langjährige Chorleiter Klaus Linkel wurde in dieser Funktion verabschiedet und sein Nachfolger Bernhard Westermaier in dieses Amt eingeführt. Für den Besucher des Konzerts wurde davon nichts hörbar, denn für dessen Gesamtleitung war, wie immer, Linkel als Dirigent verantwortlich. Bernhard Westermaier hatte die Choreinstudierung übernommen und sang mit. Als Orchester war das Westböhmische Symphonieorchester aus Marienbad zu hören, als Solisten wirkten Christina Gerstberger (Sopran), Christian Bauer (Tenor) und Torsten Frisch (Bariton) mit. Die Moderation übernahm in bewährter Weise Lilli Linkel.

Die erste Konzerthälfte stand unter dem Motto „Frauenträume – Männerwünsche“. Dass die beiden Begriffe meist nicht deckungsgleich sind, dürfte schnell einleuchten. In verschiedenen Ausschnitten aus Operetten von Jacques Offenbach, Carl Millöcker, Franz Léhar, Emmerich Kalman und Carl Zeller wurden mehrere Deutungsmöglichkeiten aus der Sicht beider Geschlechter musikalisch illustriert. Doch zunächst eröffnete die Ouvertüre zu „Orpheus in der Unterwelt“ das Konzert. Klaus Linkel dirigierte dieses „Schaufenster“ in die Operette mit großer Klarheit und Umsicht und bereitete so den Boden für die klangschönen Soli von Klarinette, Violoncello und Violine.

Christina Gerstberger traf in „Des Gatten Ehre zu bewahren“ aus der „Schönen Helena“ genauso sicher den Tonfall wie der majestätisch-linkische Ollendorf (Torsten Frisch) aus dem „Bettelstudent“. Da hatte es Goethe (Christian Bauer) aus der Operette „Friederike“ leichter, weil er zum wunderbaren stimmlichen Schmelz nur seinen Charme hinzugeben musste. Zu Beginn war schon sehr tonschön der Frauenchor mit dem „Chor der Dienerinnen“ zu hören, der Gesamtchor vereinigte sich dann kraftvoll und mit Schwung mit Solisten und Orchester im Finale „Kämpfe nie mit Frau’n“ aus dem „Vogelhändler“.

Im zweiten Konzertteil wechselte der Schauplatz zur „Nacht in Venedig“ von Johann Strauß. Hier blieben Eifersuchtsszenen wie die zwischen Anina (Christina Gerstberger hier im opulenten roten Kleid) und Caramello (Christian Bauer als Gondoliere) nicht aus, fanden aber schließlich zu einem Happy End. Der Karneval mit Masken zog in die Lagunenstadt spätestens mit dem Finale „Horch, von San Marco …“ ein, das alle Beteiligten nach zwei Stunden noch einmal zu einem beeindruckend farbigen Finale vereinte. Großen Beifall gab es nicht nur nach jeder Nummer, sondern auch am Ende, so dass noch drei Zugaben folgten. Zum abschließenden „Radetzky“-Marsch, ein Werk mit Kultstatus, gab es dann einen blinkenden Goldregen.