Alle Beiträge von Helga Lindner

Neujahrskonzert 2007

Montag, 01. Januar 2007, 18 Uhr (Einlaß ab 17 Uhr)
Dienstag, 02. Januar 2007, 19 Uhr (Einlaß ab 18 Uhr)

Stadtsaal im Kulturzentrum Fürstenfeld
82256 Fürstenfeldbruck
an der Fürstenfelder Straße

Elisabeth Hallberg – Sopran
Andrea Viaricci – Sopran
Christian Bauer – Tenor
Martin Krasnenko – Baßbariton
Lilli Linkel – Moderation

Mährische Philharmonie Olmütz
Chorgemeinschaft Fürstenfeldbruck

Dirigent: Klaus Linkel

Programm

Franz Lehár
Walzer „GOLD UND SILBER“
Ausschnitte aus der Operette „DER ZAREWITSCH“

Ein Abend mit Robert Stolz
Potpourri seiner bekanntesten Melodien

Jacques Offenbach
Querschnitt aus der Operette:
„DIE GROSSHERZOGIN VON GEROLSTEIN“

Johann Strauß
Ausschnitte aus der Operette „WIENER BLUT“

– Änderungen vorbehalten –

Leserbriefe: Liverpool Oratorium

„Misslungener Artikel“

Leserbrief, Fürstenfeldbrucker Tagblatt, 05.10.06
zu „Chöre glänzen mit Pfiff“ v. 2./3. Oktober:

„Wenn etwas misslungen ist, dann ist es Ihr Artikel. In egomanischer Manier, um mit Ihren Worten zu sprechen, üben Sie Musik-Kritik und behaupten subjektiv, das Liverpool Oratorium sei misslungen und ein unerträglicher Kitsch. Um nicht provokant und banal zu bleiben, loben Sie am Schluss alle Ausführenden für ihre beeindruckende Leistung, danke. Kein Wort von der einzigartigen Atmosphäre in der Klosterkirche, die Zuhörer waren fast zwei Stunden lang mäuschenstill und immer wieder neugierig gespannt, was bringt wohl der nächste Akt. Auch keine Bemerkung über den fünfminütigen Applaus am Schluss der Aufführung, was für den Eindruck der Anwesenden spricht. Und die reine, herrliche Knabenstimme drang vielleicht nicht an Ihr Ohr, fand jedenfalls kein Gehör in Ihrem Bericht. Ebenso stand nichts zu lesen über die großartige Leistung von Dirigent Klaus Linkel, der nicht nur die schwierige Partitur glänzend beherrschte, sondern auch auf die jeweiligen Einsätze von Orchester, Kinderchor, Frauenchor, Männerchor, vier Solisten, Knabenstimme, Organistin und Sprecher rechtzeitig aufmerksam machte. Dafür fachsimpeln Sie über Richie Blackmore und Jeff Lynne zehnzeilig. Man hat den Eindruck, Sie waren zeitweise geistig oder körperlich abwesend. Was werden Sie wohl das nächste Mal für Anker auswerfen?“
Ludwig Lösch
Fürstenfeldbruck


„Viel Umsicht“

Leserbrief, Fürstenfeldbrucker Tagblatt, 13.10.06
zu „Chöre glänzen mit Pfiff“ v. 2./3. Oktober:

„Die Überschrift verspricht dem Leser zunächst viel. Man kann sich aber des Eindrucks nicht erwehren, dass sich der Schreiber dieses Artikels entweder nur kurze Zeit bei der Aufführung des Liverpool Oratorio aufgehalten oder zu dessen Musik keinen Zugang gesucht oder gefunden hat. Mag es nach Worten des Schreibers Kitsch sein, was der Komponist verfasst hat; viele Zuhörer empfanden wie auch ich die Musik in jedem Teil des achtgliedrigen Stückes malend und ausdrucksvoll und von Orchester, Chor und Solisten in einfühlender Weise wiedergegeben. Dies bestätigten auch die vielen Besucher mit ihrem großen Beifall. Ob Popsänger sich an der Klassik „vergreifen“ sollten oder nicht, darüber könnte man seine Meinung kürzer darlegen. Dann hätte man mehr Gelegenheit gehabt, das herauszustellen, was der musikalische Leiter der Aufführung tatsächlich aus dem Werk gemacht hat und mit wie viel Umsicht, Einfühlungsvermögen und innerer Ruhe Klaus Linkel das Ganze geleitet hat. Auch die Solisten, ich denke da besonders an den schönen Knabensopran, hätten ein wenig mehr Würdigung verdient. Dass das Werk seit seiner Entstehung 1991 im Münchner Raum nie aufgeführt worden ist, mag mit daran liegen, dass es an einen Laienchor enorme Anforderungen stellt. Im Übrigen sind in der Musikgeschichte schon öfter Werke bekannter Komponisten lange in der Versenkung gelegen, bevor man sie entdeckt bzw. schätzen gelernt hat.“
Christl Trauner
Moorenweis

Fürstenfeldbrucker Tagblatt: Liverpool Oratorium

Die Chöre glänzen mit Pfiff

Chorgemeinschaft MGV Bruck führt Liverpool-Oratorium auf

VON RAFAEL SALA

Fürstenfeldbruck – Solch ungewöhnliche Klänge in Bayerns Barock-Perle Kloster Fürstenfeld? Während draußen die mittelalterlichen Barden tanzten und Schmiede auf glühendes Eisen hämmerten, ging es drinnen reichlich modern zu: Gut besucht war das Gotteshaus zur Premiere von Paul McCartneys Liverpool-Oratorium.

Der wahrscheinlich berühmteste lebende Pop-Star hat ein einziges Mal in seinem Leben den Anker in schöngeistige Gewässer ausgeworfen. Gott sei Dank ist es dabei geblieben. Die Tatsache, dass das Werk des Ex-Beatle-Sängers im Raum München erstmals 15 Jahre nach seiner Entstehung aufgeführt wird, spricht für sich. Denn es ist immer so eine Sache, wenn es Rock-Musiker in die Klassik drängt – meist wird nichts daraus. Rainbow-Gitarrist Richie Blackmore war der Überzeugung, dass aus seinem E-Gitarrensound Beethoven herauszuhören sei. Jeff Lynne, Leader der 70er-Jahre-Kultband ELO, ließ das Bonner Genie gar über einen Rock´n Roll hüpfen, den er ihm eigens widmete.

Ein Chor- und Geigendenkmal

Beatle-Star Paul McCartney ging noch einen Schritt weiter: Mit seinem 1991 komponierten Oratorium setzte er sich selbst ein Chor- und Geigen-Denkmal. Egomanie und Selbstüberschätzung gehen bekanntlich Hand in Hand.

Es gibt nichts schönzureden: Das Werk ist misslungen. Musikalisch, literarisch, künstlerisch. Es ist ein Mix aus Soap, Musical und Klamauk, aufgeblasen mit einer rührenden Schicksalssemantik, getarnt mit der Weihe von Orgelnebel und Sängerpathos, zusammengehalten durch die Klammer Gott. Musik und Text stehen nicht in Beziehung zueinander. Es ist ein unerträglicher Kitsch: Ein bisschen Krieg, ein bisschen Krisen, ein bisschen Frieden, und alles löst sich in Wohlgefallen auf, ist man nur von Gott und dem Sinn des Lebens überzeugt. Für dieses gefühlstriefende Verständnis von klassischer Musik freilich können die Beteiligten der Aufführung nichts: Die Chorgemeinschaft Fürstenfeldbruck, der Jugendchöre Sound of Voices und Grashoppers, der Gesangverein Maisach sowie die Vogtland-Philharmonie unter der Leitung von Klaus Linkel holten aus dem McCartney-Opus raus, was rauszuholen ist. Alle boten eine durch und durch beeindruckende Leistung: Die Chöre glänzten mit Pfiff, Verve und einer breiten Farbpalette, das Orchester fügte sich geschmeidig in den Handlungsgang ein, und die Solisten (insbesondere Sopranistin Susanne Winter) färbten die auftretenden Charaktere mit Wärme und Charme. Zu guter Letzt konnte man der Musik doch noch so etwas wie ein sinnliches Vergnügen abgewinnen dank des Sprechers Ortwin Spieler, der sich mit seinen feinen Schattierungen in der Artikulation auf Spannungselemente verstand.

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